Tonaufnahmen sind Support & bringen den Künstler beim Proben in die Spur.

Musik-Konserven sind für die Musik wie das Tape für die Muskeln:
Sie stützen den Musiker bei seinen Vorbereitungen. Dieser
> hört die Aufnahme,
> erhält eine individuelle Orientierung,
> gliedert sich ein in das Konzert der Willigen,
> erlebt den Feinschliff für sein Instrument, mitunter von seinen eigenen Vorbildern und will am Ende von dem Mitschnitt des letzten Auftritts nicht mehr lassen.
Zu viel kann man lernen, erkennen, rückkoppeln und sich verbessern. 24 Spuren, das ist der Standard bei Auftritten, wenn ein Mixer vor Ort ist und eine üppige Anlage dem Publikum das Träumen verwehrt. Nicht Lautstärke, nein, Präzision ist angesagt. "In Ear"-Monitoring ist inzwischen Standard geworden und digital sowieso. Was jedoch die einzelnen Kanäle dem Musiker zeigen, das ist sein Geheimnis und ... das des Mixers, der alle noch mal mit der etwas dominanteren "2" im Beat versorgt. Nur so erhält die Band in seinen Augen den nötigen Groove, der sie aus der jämmerlichen Skala-Region von 2-4 über die 5-er Marke katapultiert. Mixer sind wichtig und nicht jeder der mixt, mixt für jeden.
Nicht nur die Bands, die kleinen wie die Großen erfreuen sich der modernen Techniken: Auch Einzel-Musiker. Tonaufzeichnungen befreien den Anwender von überflüssiger Konzentration. Sie geben Raum für Weiteres, für Präzision, für Konzentratoin, für Zuwendung hin zum Publikum und für üppige Performance-Gestaltung. ... und alles klingt für das Laienohr wie vom Tonstudio performt:
Aber: Gut, wenn das alles nicht nötig ist, denn
Live-Musik ist unmittelbarer,
an der Live-Musik erkennt man den Menschen.
Live-Musik ist akustische Kommunikation ohne Kondom.
Viele bedienen sich noch der herkömmlichen, älteren Midi-Formate:
Midis: Hergebrachte Techniken haben sich zwar weiter entwickelt, Midis erfreuen sich jedoch immer noch großer Aufmerksamkeit. Mit ihnen lassen sich verschiedene Tasteninstrumente miteinander verknüpfen und einen gemeinsamen Ton aus zwei Quellen erzeugen. Das hebt den Klang enorm und die Polyphonie kann sich locker mal vervielfachen.
Ebenfalls lassen sich externe Klangerzeuger komputertechnisch ansteuern und in die modulare Musik-Performance integrieren: Einzeln oder gemeinsam.
Moderne Anlagen nehmen die Instrumente auf 32-Tonspuren auf. Der Sänger, z.B. als Alleinunterhalter, singt zu seinen aufgelegten Songs als wäre er selbst das Original.
Auf 32 Spuren im Tonstudio oder am heimischen Karaoke-Computer, kann ein Instrument mit einem anderen korrelieren. Einzelne Tonspuren werden hinzu- oder abgeschaltet, lauter oder leiser gestellt, die Geschwindigkeit adjustiert und die Klänge je nach Stereo-Ausrichtung moduliert: Zum Klavier kommt dann ein Bläsersatz, ein Orchester o.ä. nach Wahl von einem anderen Tonerzeuger generiert hinzu. Das Klangbild ist verblüffend voluminös. Aber immer noch keine "Live-Performance".
Gut, wem das genügt, der kann auch seinen Gesang damit untermauern und ein tolles Partybild abgeben. So gelangt man dann zum beliebten MP-3- Sound- aber nur: kluge Party-Musik mit Hosenträgern.